Natur ganz nah.

Bemerkenswerte Landschaftsabschnitte

Ein Überblick

Natur und Landschaft

Hügel und Niederungen, baumbestandene Grünflächen, ausgedehnte Wälder und zahlreiche Gewässer kennzeichnen die reizvolle, abwechslungsreiche Landschaft rund um Groß Kölzig. Die Oberflächenformen verdanken ihr Entstehen vor allem dem Wirken der Kräfte des Eiszeitalters. Im Westen hat der Ort Anteil am Muskauer Faltenbogen, einer geografisch zum Lausitzer Grenzwall gehörenden Stauch-Endmoräne, die bereits in der Elstereiszeit durch eine ausgedehnte Gletscherzunge gebildet wurde.

Weitere bemerkenswerte Landschaftsabschnitte sind die feuchte, mit reichlicher Pflanzenwelt ausgestattete Malxeniederung, das Bruchmühlengelände mit Teichen und einer naturnahen Bruchwaldvegetation, der ehemalige Gutspark mit angrenzenden Wald- und Wiesenflächen sowie das Gebiet um die Talmühle, Neuen Teich und Schneidmühlenteich (Uhstall). Sie alle sind lohnende Wanderziele, die dem Naturfreund vielfältige Eindrücke vermitteln.

Und wer sich gern von Wanderungen aus dem Wald Pilze für eine schmackhafte Mahlzeit mitbringt, der wird in der Umgebung von Groß Kölzig, die für ihren Pilzreichtum weithin bekannt ist, fündig.

Muskauer Faltenbogen

Der interessanteste Landschaftsabschnitt im Westen von Groß Kölzig gehört zum Muskauer Faltenbogen. Er ist ein Geschenk der Eiszeit und in seiner Art eine einmalige geologische Bildung in Mitteleuropa. Dieser flache, bewaldete Höhenzug weist im Vergleich zu seiner Umgebung ein deutlich bewegteres Relief auf. Zahlreiche, parallel angeordnete talförmige Rinnen oder Mulden, die von lang gestreckten Kies- und Sandrücken getrennt werden, durchziehen ihn. An ihren tiefsten Stellen sind diese Rinnen oft sumpfig oder moorig, teilweise auch mit Wasser gefüllt. Deshalb werden sie Gieser oder Jeser (jezero - sorbisch Sumpf oder See) genannt. Sie zeigen den Verlauf tertiärer Braunkohlenflöze an. Die Naturlandschaft der Muskauer Faltenbogens wurde durch den Menschen erheblich verändert. Sand-, Kies-, Ton- und vor allem der von 1860 - 1959 betriebene Braunkohleabbau hinterließen ihre Spuren: Einsenkungen von Giesern, zahlreiche Tagesbrüche, Bruchfelder und Restgewässer. Sie sind ein Charakteristikum dieses einzigartigen Landschaftsabschnittes.

Die seit Jahrzehnten vom Menschen kaum berührte Bergbaufolgelandschaft des Muskauer Faltenbogens beherbergt eine reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt in den verschiedensten Biotopen. Auf den vorwiegend sandigen Böden breiten sich großflächig Kiefernwälder aus, die an mehreren Stellen von Laubbäumen, Birken, Buchen oder Eichen durchsetzt sind. Seltene und unter Naturschutz stehende Pflanzen, wie z.B. Wintergrünarten und Bärlappe wachsen an unterschiedlichsten Standorten. Für zahlreiche Insektenfamilien, für Kriechtiere und verschiedene Vogelarten gibt es ausgezeichnete Lebensräume. Bemerkenswert sind der Pilz- und Wildreichtum (Schwarz-, Reh- und Rotwild).

Der Muskauer Faltenbogen ist seit 2011 Geopark.

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Eindrücke aus dem Muskauer Faltenbogen

Bruchmühlenteiche und Bruchgelände

Bruchmühlenteiche und Bruchgelände

Teiche und Tümpel, ehemalige Tongruben der schon seit langem nicht mehr existierenden Groß Kölziger Ziegelei und ein ehemaliger Torfstich prägen das schöne Landschaftsbild des Bruchgeländes. Die Bruchmühlenteiche, benannt nach der in unmittelbarer Nähe gelegenen Ausflugsgaststätte und der einst an gleicher Stelle gelegenen Wassermühle (1838 bis etwa 1900), bilden mit ihrem Umland eine reizvolle Landschaft, die in jeder Jahreszeit zum beschaulichen Wandern einlädt. Das gesamte Bruchgelände beherbergt eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt. Auf den Wasserflächen schwimmen Blätter und Blüten von Seerosen. Verschiedene Laubgehölze, Birke, Schwarzerle, Zitterpappel, Faulbaum und Nadelgehölze überdachen die zahlreichen Pfade und den Wanderweg um den Tonschacht. In feuchten und anmoorigen Standortbereichen, besonders im fast unberührten Sumpfgebiet östlich des Bruchmühlenweges breitet sich eine üppige naturnahe Bruchwaldvegetation aus. Zahlreiche Insekten, Lurche, Kriechtiere, verschiedene Vogelarten (z.B. Schwarz-, Grün- und Buntspecht, Eichelhäher, Stockente, Eisvogel) finden im Groß Kölziger Bruch günstige Lebensbedingungen. Bemerkenswert ist der Fischreichtum (Karpfen, Schleie, Hecht, Zander, Aal, Plötze, Rotfeder u.a.) der durch den Angelsport genutzten Gewässer.

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Neuer Teich und Uhstall

Artenreiche Flora und Fauna in und an ehemaligen Fischgewässern - Der idyllisch im Wald gelegene Neue Teich gehört mit seiner kleinen Insel, seinen Verlandungszonen und Ufergehölzen aus Grauweide, Schwarzerle, Zitterpappel und Stieleiche zu den beachtenswerten Landschaftsbereichen Groß Kölzigs. Wer unberührte Natur sucht, der ist hier abseits von menschlicher Siedlung und Verkehr am richtigen Fleck. Das fast ein Hektar große Gewässer wird durch den etwa einen Kilometer langen Gusuitza-Graben gespeist. In der Vergangenheit diente dieser vom Menschen angestaute Teich der Fischzucht. Er gehörte einst zu den zahlreichen Fischteichen des ehemaligen Rittergutes Groß Kölzig. Gegenwärtig ist der neue Teich mit seinen Uferbereichen als erhaltenswerter Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten von besonderer Bedeutung. Der Fischzucht diente in früheren Jahren auch der ehemals vier Hektar große, im Ort als Uhstall bekannte Schneidmühlenteich. Das gegenwärtig flache, stark verlandete Gewässer ist mit seinen Teichgesellschaften und umgebenen Feuchtwiesen, Sträuchern und Bäumen ein Amphibienlaich- und Vogelbrutgebiet für besonders geschützte Arten. Es ist als Flächennaturdenkmal ausgewiesen.

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Neuer Teich und Uhstall

Alter Gutspark

Alter Gutspark

Der ehemalige Gutspark wurde vor Jahrhunderten von der ehemaligen Groß Kölziger Rittergut-Familie "von Berge" angelegt. Bemerkenswert sind der alte Baumbestand (Schwarzerle, Roteiche, Ulme, Buche, Nadelgehölze), zwei als Naturdenkmale ausgewiesene Stieleichen auf der Parkwiese und mehrere Quellen. Geprägt wird das Landschaftsbild in unmittelbarer Parknähe auch durch den "Ochsenteich", ein etwa 0,25 ha großes Gewässer mit beachtlicher Ufervegetation. Im Park befindet sich ein inzwischen stark verfallenes Erbbegräbnis der ehemaligen Gutsherren.

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mitgewirkt am Inhalt auf dieser Seite: W. Grätz

Im Hintergrund: Schmetterling | Foto von S.I. Walther

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